Künstliche Intelligenz ist überall und nicht mehr wegzudenken. 92 % aller Studierenden nutzen bereits künstliche Intelligenz in ihren Arbeiten.[^1] Mehr als eine Milliarde Menschen nutzen ChatGPT monatlich.[^2] Seit Tagen wird immer mehr dazu bekannt, wie „zielorientierte, hartnäckige Computerprogramme mit unvorhersehbarem Verhalten“[^3] oder auch KI-Agenten frei im Internet herumirren, um Ziele zu erreichen, die eigentlich unmöglich sein sollten.[^4] Nicht nur belagern KI-Agenten Internetforen, auf denen sie nichts zu suchen haben[^5], die Top-Wissenschaftler der bekanntesten KI-Firmen (OpenAI, Anthropic) gehen potentiell davon aus, dass es zumindest eine zweistellige prozentuale Chance gibt, dass KI alle Menschen innerhalb des nächsten Jahrzehnts auslöschen wird.[^6] [^7] [^8] Diese KI-Agenten, die großen Sprachmodelle und deren Trainingsvorgänge sind nicht nur potentiell gefährlich, sondern verbrauchen auch Unmengen an Energie.[^9] [^10] [^11]
Ich bin einer von diesen Menschen, die KI tagtäglich nutzen: Ich erstelle mir Laufpläne, lasse mir kleine Programme schreiben, versuche Rezepte in vegane Alternativen umzuwandeln. Und auch diese Abschlussarbeit wäre ohne sogenannte künstliche Intelligenz gar nicht erst möglich gewesen. Die Frage, die sich mir seit einiger Zeit bei der Nutzung immer wieder stellt: Wieso nutze ich KI so gerne, obwohl ich die Risiken kenne? Was ist, wenn KI mir Dinge möglich macht, die ich sonst nicht hätte tun können? Kann künstliche Intelligenz ein Spielraum für Mündigkeit sein?
Für das Nachwuchsforum des 22. Parlamentsforums Südliche Ostsee schrieb und hielt ich einen Vortrag und konzipierte ein Moderationskonzept zur Erarbeitung von drei Resolutionspunkten der Jugendlichen. Im Nachgang dokumentierte und reflektierte ich meinen persönlichen Arbeitsprozess mit Fokus auf die Nutzung von sogenannter künstlicher Intelligenz.
„Künstliche Intelligenz“ hat viele Namen: Maschinelles Lernen, großes Sprachmodell (Large Language Modell, LLM), neuronales Netzwerk und für manche auch „Chatterina“[^12]. Wenn ich in der folgenden Arbeit von KI (oder Claude) schreibe, verwende ich den Begriff mit Verweis auf die kritische Auseinandersetzung, die im Kapitel der Begriffserklärung stattfindet – KI ist eher künstlich, als intelligent. [[Dokumentation Diplomarbeit/Künstliche Intelligenz]]
Auf den jeweiligen Arbeitsprozess mit oder ohne KI wird in den jeweiligen Kapiteln eingegangen. `Direkte Zitate aus Transkripten der Chatverläufe sind markiert, wie dieser Satz.` (Das hier ist ein Beispiel, in den Schreibprozess meines Essays[^13] ist keinerlei Hilfe von KI eingeflossen.)